Schöffenwahl für die Amtszeit 2024 bis 2028

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Im ersten Halbjahr 2023 werden bundesweit die Schöffen und Jugendschöffen für die Amtszeit von 2024 bis 2028 gewählt. 

Schöffen sind ehrenamtliche Richter und Richterinnen und gehören damit zur Rechtsprechung. Ziel ist es, auch nicht juristisch ausgebildete Bürgerinnen und Bürger in das deutsche Rechtssystem zu integrieren und von ihrem Rechtsempfinden und Berufs- sowie Lebenserfahrung zu profitieren. Schöffen nehmen an der Hauptverhandlung teil und entscheiden mit über das Urteil und das Strafmaß. Dabei wird ihnen das gleiche Stimmrecht wie den Berufsrichtern zu teil.

 

Gesucht werden Bewerber*innen, die in der Gemeinde Oberschleißheim wohnen und am 1.1.2024 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein werden. Wählbar sind deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen müssen. Voraussetzung ist rechtliche Unbescholtenheit sowie keine bestehende hauptamtliche Tätigkeit in oder für die Justiz (Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte, Bewährungshelfer, etc.).

 

Schöffen sollten über soziale Kompetenz verfügen, d. h. das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet. Schöffen in Jugendstrafsachen sollen über besondere Erfahrung in der Jugenderziehung verfügen.

 

Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit. Juristische Kenntnisse sind für das Amt nicht erforderlich.

Wer zum Richten über Menschen berufen ist, braucht Verantwortungsbewusstsein für den Eingriff durch das Urteil in das Leben anderer Menschen. Objektivität und Unvoreingenommenheit müssen auch in schwierigen Situationen gewahrt werden, etwa wenn der Angeklagte aufgrund seines Verhaltens oder wegen der vorgeworfenen Tat zutiefst unsympathisch ist oder die öffentliche Meinung bereits eine Vorverurteilung ausgesprochen hat.

 

Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich. Gegen beide Schöffen kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil – gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch – haben die Schöffen daher mit zu verantworten. 

Wer die persönliche Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe, für die Versagung von Bewährung oder für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage nicht übernehmen kann, sollte das Schöffenamt nicht anstreben. In der Beratung mit den Berufsrichtern müssen Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft vertreten können und gleichwohl bereit zur argumentativen Auseinandersetzung zu sein. Ihnen steht in der Hauptverhandlung das Fragerecht zu. 

 

Interessenten bewerben sich für das Schöffenamt in allgemeinen Strafsachen (gegen Erwachsene) bis zum 31.03.2023 bei der Gemeinde Oberschleißheim; Kontakt Tel. 089/315613-17 oder E-Mail wahlen(at)oberschleißheim.de. Weitere Informationen und das Bewerbungsformular finden Sie im Downloadbereich. 

 

Interessenten für das Amt eines Jugendschöffen richten ihre Bewerbung

bis zum 31.03.2023 an das Jugendamt des Landkreises München, Tel.: 089-6221-0 / E-Mail: jugendschutz(at)lra-m.bayern.de

Weitere Informationen dazu gibt es unter https://www.landkreis-muenchen.de/themen/buergerschaftliches-engagement/jugendschoeffe-werden/

 

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